Andacht

Na, dann; ans Werk!“, höre ich mich flüstern, und setz mich ran. Schließlich braucht es ja noch eine Andacht für den Gemeindebrief. Redaktionsschluss 08. Juli.
Mein Blick fällt auf den kleinen Kalender mit den Monatssprüchen.
Der Spruch für Juli spricht mir aus der Seele: „Meine Seele dürstet nach
Gott, nach dem lebendigen Gott.“ Psalm 42,3.
„O ja…“, spreche ich leise vor mich hin. „Ich habe Durst nach wieder lebendigen Erfahrungen mit Gott. Erlebnisse mit DIR! Früher, als ich jünger war – jünger auch im Glauben, da habe ich Dinge erlebt. DICH erlebt. Gott, immer mal wieder.“ – Damals… mein Glaube… nicht Theorie, sondern Leben.
Was war anders? Liegt’s an mir?
Ich blättere weiter, schlage um. August… „Jubeln sollen die Bäume des Waldes vor dem HERRN, denn er kommt, um die Erde zu richten.“ Die Sprüche für Juli und August sind wie Feuer und Wasser. Wie mir Psalm 42,3 aus der Seele sprach, so ist mir nun 1. Chronik 16,33 eine reine Frage. Wieso sollen die Bäume jubeln, weil der HERR kommt, um die Erde zu richten?… Haben Sie eine Antwort drauf? Dann sagen Sie sie mir – z. B. beim Bibelgebetskreis, montags 19:00 Uhr…
Bibelverse gibts…  Schnell weiter zum September. „Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit.“ Sirach 1,10. – Das Buch gibts gar nicht in meiner Lutherbibel; ich hab eine ohne Apokryphen. „Gott lieben… die allerschönste Weisheit… Sirach… Sirach…, schreibst du das aus praktischer Erfahrung, oder ist es deine Überzeugung aus guter frommer Theorie?“
Plötzlich kommt mir ein Gedanke: Vielleicht ist es ja die Erfahrung nach dem Durst… „Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Was die Bäume können, kann ich doch wohl erst recht! Komm mit deinem Wasser des Lebens, rück nicht nur die Erde zurecht, sondern auch mich. Denn ja: Ich merk und fühle es, der Durst beweist es mir: Gott lieben ist die allerschönste Weisheit.“
Na dann; ans Werk! Frisch im Glauben, mutig im Gebet! Oktober: „Groß und wunderbar sind deine
Taten, Herr und Gott, du Herrscher über die ganze Schöpfung. Gerecht und zuverlässig sind deine Wege, du König der Völker.“ – Offenbarung 15,3.
In diesem Sinne, kommen Sie gut durch die Hitze des Sommers und des Lebens!

Ihr Pfarrer Markus Gnaudschun