Meditation zu dem Lied „Nun danket alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen“

Nun danket alle –

nicht nur die Fröhlichen, Glücklichen, Zuversichtlichen, Heiteren –
auch die Mühseligen, Sorgenvollen, Belasteten und Traurigen –
nicht nur die Starken, Selbstbewussten, Sicheren und Klugen –
auch die Schwachen, Unsicheren, Ängstlichen und Fragenden –
alle sollen danken – jetzt, hier und heute –
nicht irgendwann, wenn mal Zeit ist,
wenn ich mal zur Ruhe komme – später –
vielleicht im Urlaub, oder noch später, wenn ich alt bin…
NEIN – nun, in diesem Moment, in dieser Situation, an diesem Ort,
an dieser Station deines Lebens sollst Du danken.

Nun danket alle – Gott

Nicht dem eigenen Können, der eigenen Kraft,
der Intelligenz und Klugheit,
nicht den Errungenschaften von Wissenschaft und Technik,
dem Fortschritt, der die Welt verändert,
nicht den Möglichkeiten von Geld und Reichtum,
die mir ein gutes Leben ermöglichen –
am Ende aber nicht Sinn und Halt geben!

Wie soll das gehen – Gott danken? 

Nun danket alle Gott – mit dem Herzen

Mit meinem Herzschlag, dem Puls meines Lebens,
indem ich mein Herz nicht verschließe, sondern herzlich dem Anderen begegne, mir manches zu Herzen nehme
und im Herzen bewege, bevor ich handle
und indem ich mit dankbarem Herzen alles aus Gottes Hand nehme, was mein Leben ausmacht.

Wie soll das gehen – Gott danken? 

Nun danket alle Gott – mit dem Herzen und mit dem Mund 

Indem ich lache und singe, pfeife und spreche,
den Mund nicht zu voll nehme und meine Zunge im Zaum halte,
indem ich auch mal die Zähne zusammenbeiße
und nicht gleich aufgebe, wenn es mal anstrengend ist,
indem ich davon erzähle, wie Gott in meinem Leben wirkt,
wie er mich führt und leitet und bewahrt,
indem ich meine Stimme gebrauche
und einstimme in das Lob der ganzen Schöpfung.

Wie soll das gehen – Gott danken? 

Nun danket alle Gott – mit dem Herzen und mit dem Mund und mit den Händen

Die führen, halten und einander helfen,
die streicheln und trösten und verbinden,
die arbeiten, handeln und fingerfertig sind,
die sich falten zum Gebet, die sich öffnen zur Versöhnung,
die dem Anderen die Hand reichen und ihn willkommen heißen,
die loslassen können, damit eigene Wege gefunden werden,
die sich ausstrecken und geben
und die flink über die Instrumente tanzen um zu Gottes Ehre zu musizieren.

So danket nun alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen!

Kirchenmusiker Ekkehard Hübler